SAE Masterclass - Nico Nolden - Erinnerungskultur in digitalen Spielen.

25 Jan 2019
14:00 bis 16:00
25 Jan

Nico Nolden promovierte 2018 mit einer ->Dissertation über „Erinnerungskulturelle Wissenssysteme in Computerspielen“. Sein ->Blog Keimling wirbt seit 2009 für ein besseres Verständnis der historischen Facetten von digitalen Spielen. Ab 2014 baute er in der ->Public History Hamburg das ->GameLab und die ->Ludothek für Historikerinnen und Historiker auf. In seinen ->Projektseminaren lernen Studierende, geschichtswissenschaftliche Grundlagen an konkreten medialen Projekten zu hinterfragen und selbst zu erproben. Gegenwärtig koordiniert er das Forschungs- und Lehrprojekt ->Repositorium HistoGames, dass Lehrmaterialien entwickelt, um historische Inszenierungen digitaler Spiele im Geschichtsunterricht zu thematisieren. Zudem ist er Gründungsmitglied des ->Arbeitskreises Geschichtswissenschaft und digitale Spiele.


In dieser Masterclass behandelt er die Erinnerungskultur in digitalen Spielen, wie Entwicklerinnen und Entwickler Geschichte schreiben, und warum das wichtig ist.


Zu einem erheblichen Anteil nutzen digitale Spiele historische Inszenierungen und befinden sich damit regelmäßig unter den Bestsellern. Spielerinnen und Spieler schätzen offenbar Geschichte als Inhalt. Damit stehen digitale Spiele als Produkte in einem breiten Spektrum der Geschichtskultur von Museen und Denkmäler über TV-Dokumentationen und Podcasts bis hin zu Virtueller Realität. Ein Blick in Internetforen zu diesen Spielen lässt zudem keinen Zweifel daran, dass sich Spielende über historische Aspekte austauschen. Diese Kommunikation führt zu einer spezifischen Erinnerungskultur, die Teil einer gesamtgesellschaftlichen historischen Erinnerung ist.

Ob also Entwicklerinnen und Entwickler nun bewusst die Intention haben, ein Teil davon zu sein oder nicht, sie können sich dem nicht entziehen. Die eigentliche interessante Frage ist, wie man in diesem Geflecht eine eigene Rolle findet. Eine Haltung dazu hilft nicht nur, Kritik abzuwehren, sondern selbstbewusst und zielgerichtet ein eigenes Produkt zu vermarkten. Darüber hinaus birgt das enorme Angebot der Geschichte nicht nur Inhalte, sondern Anregungen für neuartige Spielmechaniken oder Settings. Nicht zuletzt helfen solche Einzigartigkeiten, in gesättigten Märkten zu bestehen.

Daher wird dieser Vortrag Entwicklerinnen und Entwicklern Anregungen für den Umgang mit Geschichte in Form und Inhalt bieten. Eine Diskussion mit reger Beteiligung ist ausdrücklich erwünscht.