Christian Ruff - Ein One-Way-Ticket nach Wien, bitte!

10 Okt 2017

Christian hat im März 2017 seinen Lebensmittelpunkt von Frankfurt am Main nach Wien verlegt. Als Campus Manager und Geschäftsführer der SAE Wien erzählt er uns über seinen Arbeitsalltag, seine Lieblingsplatzerln in Wien und seine Vision: “Die exzellente technische Ausstattung einer Schule ist die eine Sache, aber viel wichtiger ist die Möglichkeit, einen einzigartigen Sammelpunkt für kreative Menschen zu schaffen, in dem Leidenschaft, Herzblut und der Wille, eigenes Wissen mit anderen zu teilen großgeschrieben werden!”

1. Christian, dich hat es von der SAE Frankfurt nach Wien verschlagen. Wie sieht dein ganz “normaler” Arbeitstag an der SAE Wien aus?

Einer der vielen schönen Aspekte meiner Arbeit ist, dass tatsächlich kein Tag dem andern gleicht. Salopp ausgedrückt kümmere ich mich darum, dass “der Laden läuft”: Ich stelle sicher, dass mein Team gut arbeiten kann, sorge dafür, dass wir die Erwartungen der StudentInnen wahrnehmen und im besten Falle übererfüllen. Außerdem gebe ich die konzeptionelle Ausrichtung vor, repräsentiere das Institute und stelle die höchste Entscheidungsinstanz bei etwaigen Diskussionen dar. In Kombination ergeben diese Punkte eine unendliche Fülle an unterschiedlichen, anspruchsvollen Arbeitstagen - aber ich schließe jeden einzelnen mit einem guten Gefühl und sehr stolz ab.

2. Wir haben gut recherchiert und herausgefunden, dass du auch an der SAE studiert hast. Was wolltest du eigentlich mal werden? ;-)

Mein Audio-Studium an der SAE hatte ich damals, also 2003, wie so viele mit der Intention begonnen, als Engineer in den Studios dieser Welt Fuß zu fassen und dafür musste ich mal generell meine Produktions-Skills aufbauen. Diesem Wunsch frönte ich dann nach meinem Diploma einige Jahre lang. Aber noch heute mache ich Musik, wenn es die Zeit erlaubt.

Unabhängig von der SAE, war es tatsächlich seit langer Zeit ein Traum von mir, eines Tages in Wien zu arbeiten :)

3. Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt: Wie war also deine berufliche Laufbahn in der SAE?

Ich habe einige Zeit als Supervisor und Dozent bei verschiedenen Musikproduktions-Unterrichten in der SAE Frankfurt am Main zugearbeitet. Mir gefiel seit jeher das Konzept und die familiäre Atmosphäre an der SAE, weshalb ich bald etwas tiefer einstieg. Ich vertrat das Institute zum Beispiel bei diversen Veranstaltungen und brachte viele Ideen aus meiner Tätigkeit als Produzent ein. Von 2009 bis 2012 war ich bei Apple beschäftigt. Während dieser Zeit war ich allerdings noch als Dozent für spezielle Fachworkshops am Institute tätig. 2012 trat dann die SAE mit dem Angebot an mich heran, die Frankfurter Schule zu leiten.

4. Gab es in der Zeit Dinge, die du jetzt anders angehen würdest und wenn ja, was rätst du Studierenden, die jetzt an der SAE ihre Ausbildung machen?

Viele kennen sicherlich den Auszug aus der legendären Rede von Steve Jobs vor der Stanford University. Jobs geht darauf ein, wie wichtig es ist, rückblickend die Punkte und Stationen des bisherigen Lebens verknüpfen zu können - und darauf, dass das fast immer auch eben nur rückblickend sinnvoll ist. Ich persönlich kann mich mit dieser Sichtweise auf den eigenen Werdegang extrem gut identifizieren: Die Tragweite mancher Entscheidung wirkt sich oft erst Jahre später aus! Und mit ihr auch die ungeahnten Möglichkeiten, die sich dann plötzlich auftun. Worauf ich hinaus will: Ich hätte mich oft anders entscheiden können und wäre dann heute womöglich ganz woanders, aber rückblickend bin ich in der glücklichen Lage, dass sich die Stationen meines Lebens immer extrem gut ergänzten - ich würde nichts ändern.

Zudem möchte ich jedem  Studierenden an unserem Institute nahelegen, niemals zu verlernen, das Schöne in den Dingen zu sehen und einen gesunden Optimismus und ein Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu behalten. Ich finde es ganz wichtig, stets für etwas zu arbeiten und nicht gegen etwas. - also ich bin immer gut damit gefahren.

5. Was sind deine Visionen für die SAE Wien?

Die SAE in Wien ist die mit Abstand größte Schule im deutschsprachigen Raum.  Generell empfinde ich Wien als sehr kreativ und Wien und die Kultur sind untrennbar miteinander verbunden. Zudem verfügen wir am Wiener Standort über ein riesiges Alumni-Netzwerk, viele erfolgreiche Absolventinnen und Absolventen in einflussreichen Jobs und Positionen und einem tollen Team vor Ort. Auf all dem bauen meine Visionen auf: Die exzellente technische Ausstattung einer Schule ist die eine Sache, aber viel wichtiger ist die Möglichkeit, einen einzigartigen Sammelpunkt für kreative Menschen zu schaffen, in dem Leidenschaft, Herzblut und der Wille, eigenes Wissen mit anderen zu teilen großgeschrieben werden! Dieser Austausch untereinander, die vielfältigen Skills, der gegenseitige Support bis über das Studium hinaus und die Zugehörigkeit zu einer wahnsinnig engagierten Community sind das, was die SAE für mich aus- und einzigartig macht: Das will ich fördern, ausbauen und optimieren! Daher arbeite ich seit meinem Antritt im März sehr intensiv an einem großen Projekt, welches all die genannten Punkte auf eine ganz neue Ebene hieven wird - ich hoffe, dazu bald Neuigkeiten verkünden zu können :)

6. Nachdem du noch nicht so lange in Wien bist, möchten wir noch dein Lieblingsplatzerl wissen und natürlich dein liebstes Wort auf Wienerisch.

Der Wilhelminenberg um Mitternacht und die nahegelegenen Steinhofgründe verfügen über eine besondere Magie. Diese wohnt aber auch einem Frühstück im Café Français in der Währinger Straße inne, oder den vielen versteckten Bars und den einzigartigen kleinen Läden in der ganzen Stadt, die ich noch entdecken und erkunden möchte… aber ganz ehrlich, sich da festzulegen ist ein Ding der Unmöglichkeit; Fakt ist: Die ganze Stadt ist wunderschön! Es vergeht kein Tag, an dem mir das nicht zig mal ins Bewusstsein gerufen wird.

Und mein liebstes Wiener Wort ist momentan das “eh”! Es wird  hier ganz anders verwendet, als in Deutschland. Ich bin mir noch immer nicht ganz sicher, wie genau und warum oder wann man “eh” sagt, aber der Sache komme ich noch auf den Grund. Und bitte mich bei falscher Verwendung gerne korrigieren, sonst wird das eh nichts… oder..? ;)